Steuerklassen für Ehepaare: Welche Kombination sich lohnt

Steuerklassen für Ehepaare: Welche Kombination sich lohnt

Heiraten verändert nicht nur den Familienstand, sondern auch die Steuer. Ehepaare können zwischen verschiedenen Steuerklassenkombinationen wählen – und damit beeinflussen, wie viel Netto monatlich auf dem Konto landet.

Die drei Kombinationen

  • IV/IV: sinnvoll, wenn beide ähnlich viel verdienen. Beide zahlen wie Ledige, am Jahresende gleicht sich alles aus.
  • III/V: lohnt, wenn ein Partner deutlich mehr verdient. Der Hauptverdiener zahlt in Klasse III wenig, der andere in Klasse V mehr.
  • IV/IV mit Faktor: verteilt die Last gerechter, sodass die monatliche Steuer schon nah an der tatsächlichen Jahressteuer liegt.

Ein wichtiger Hinweis vorab

Die Steuerklasse ändert nichts an der insgesamt fälligen Jahressteuer – nur an deren Verteilung über das Jahr. Die Kombination III/V bringt monatlich mehr Netto, führt aber häufig zu einer Nachzahlung. IV/IV mit Faktor vermeidet Überraschungen am Jahresende.

Worauf es bei Lohnersatzleistungen ankommt

Ein oft übersehener Punkt: Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Arbeitslosen- oder Krankengeld orientieren sich am Nettoeinkommen. Wer kurz vor einer solchen Phase steht, kann mit der passenden Steuerklasse das maßgebliche Netto erhöhen. Hier lohnt eine vorausschauende Planung besonders.

Wechsel ist jederzeit möglich

Die Steuerklasse lässt sich mehrmals im Jahr beim Finanzamt ändern. Wer unsicher ist, fährt mit IV/IV mit Faktor meist am ruhigsten. Und am Ende entscheidet ohnehin die Steuererklärung, ob es eine Erstattung oder Nachzahlung gibt – die Steuerklasse bestimmt nur, wann das Geld fließt.

Faktorverfahren gegen Nachzahlungen

Die Kombination III/V bringt monatlich mehr Netto, führt aber häufig zu einer Nachzahlung, weil der Partner in Klasse V verhältnismäßig viel zahlt und der in Klasse III zu wenig. Das Faktorverfahren bei IV/IV verteilt die Last gerechter, sodass die monatliche Steuer schon nah an der tatsächlichen Jahressteuer liegt. Wer böse Überraschungen vermeiden will, fährt damit am ruhigsten.

Wann sich ein Wechsel besonders lohnt

  • Vor Elterngeld, Kranken- oder Arbeitslosengeld: Diese Leistungen orientieren sich am Nettoeinkommen.
  • Bei stark unterschiedlichen Gehältern: III/V kann den monatlichen Spielraum erhöhen.
  • Nach Heirat: Das Ehegattensplitting kann die Gesamtsteuer senken.

Wichtig zu wissen: Die Steuerklasse ändert nichts an der insgesamt fälligen Jahressteuer, sondern nur an deren Verteilung über das Jahr. Ein Wechsel ist mehrmals jährlich beim Finanzamt möglich. Am Ende entscheidet ohnehin die Steuererklärung, ob es eine Erstattung oder Nachzahlung gibt.