Wer seit Jahren beim gleichen Stromanbieter ist und nie gewechselt hat, zahlt häufig in der teuren Grundversorgung. Dabei lässt sich beim Strom oft ein dreistelliger Betrag pro Jahr sparen – mit einem Aufwand von wenigen Minuten.
Den eigenen Verbrauch kennen
Bevor Sie vergleichen, brauchen Sie eine Zahl: den Jahresverbrauch in Kilowattstunden. Sie steht auf der letzten Jahresabrechnung. Zur groben Orientierung verbraucht ein Single-Haushalt etwa 1.500 bis 2.000 kWh, eine vierköpfige Familie rund 4.000 kWh im Jahr.
Tarife richtig vergleichen
Vergleichsportale sind ein guter Start, aber stellen Sie die Filter sinnvoll ein:
- Vertragslaufzeit maximal zwölf Monate, damit Sie flexibel bleiben
- Kündigungsfrist von höchstens sechs Wochen
- Keine Vorkasse und keine langen Paketpreise, bei denen nicht genutzter Strom verfällt
- Die Preisgarantie sollte sich auf den Arbeitspreis beziehen
Achten Sie auf den Gesamtpreis im ersten Jahr inklusive Boni – aber prüfen Sie auch, was der Tarif im zweiten Jahr ohne Wechselbonus kostet.
Der Wechsel selbst
Den Rest erledigt der neue Anbieter: Er kündigt beim alten Versorger und meldet sich beim Netzbetreiber an. Die Stromversorgung bricht dabei nie ab – dafür sorgt die gesetzlich garantierte Grundversorgung im Hintergrund. Sie müssen nur den Zählerstand zum Stichtag ablesen und melden.
Dranbleiben lohnt sich
Der größte Fehler ist, einmal zu wechseln und dann wieder einzuschlafen. Nach Ablauf des Bonusjahres wird es häufig teurer. Setzen Sie sich eine Erinnerung rund zwei Monate vor Vertragsende und prüfen Sie erneut. Wer das einmal im Jahr macht, hält seine Stromkosten dauerhaft niedrig – und das gesparte Geld landet besser auf dem Tagesgeldkonto als beim Versorger.
Ökostrom muss nicht teurer sein
Ein verbreiteter Irrtum lautet, grüner Strom koste automatisch mehr. Tatsächlich gibt es zahlreiche zertifizierte Ökostromtarife, die preislich mit konventionellen Angeboten mithalten. Achten Sie auf anerkannte Gütesiegel, die echten Mehrwert für die Energiewende garantieren, statt nur auf eine grüne Bezeichnung im Tarifnamen.
Diese Fallen sollten Sie meiden
- Pakettarife: Hier zahlen Sie eine feste Strommenge im Voraus – nicht genutzte Kilowattstunden verfallen.
- Sehr lange Laufzeiten: Sie binden Sie und verhindern den nächsten günstigen Wechsel.
- Hohe Sofortboni mit Haken: Manche werden erst nach zwölf Monaten ausgezahlt – bei früherer Kündigung sind sie weg.
Notieren Sie sich nach dem Wechsel sofort das Vertragsende im Kalender. Rund zwei Monate vorher vergleichen Sie erneut. Wer diesen Rhythmus einhält, rutscht nie wieder in die teure Grundversorgung und sichert sich Jahr für Jahr den besten Preis – ohne großen Aufwand.