Der Deutsche gibt im Schnitt mehr als 2.000 Euro im Jahr für Versicherungen aus – und ist trotzdem oft falsch abgesichert. Das Problem: Viele zahlen für Policen, die kaum einen Schaden abdecken, und sparen ausgerechnet dort, wo es wirklich teuer werden kann.
Die Faustregel für jede Versicherung
Versichern Sie Risiken, die Sie finanziell ruinieren könnten – nicht die kleinen Ärgernisse. Ein zerbrochenes Handy können Sie aus eigener Tasche ersetzen. Einen Personenschaden, der Sie über Jahre zu Schadenersatz verpflichtet, niemals.
Diese Policen sind wichtig
- Private Haftpflicht: günstig und unverzichtbar, sie schützt vor existenzbedrohenden Schadenersatzforderungen.
- Berufsunfähigkeit: sichert das wichtigste Vermögen ab – die eigene Arbeitskraft.
- Kranken- und Pflegeversicherung: ohnehin Pflicht, hier geht es nur um die richtige Variante.
- Kfz-Haftpflicht: gesetzlich vorgeschrieben, wenn Sie ein Auto fahren.
Diese Policen kann man hinterfragen
Handyversicherung, Brillenversicherung, Reisegepäck oder Garantieverlängerungen decken meist nur kleine, tragbare Schäden ab. Auch eine reine Sterbegeldversicherung lohnt sich selten. Wer diese Beiträge stattdessen anspart, hat am Ende oft mehr in der Hand.
So gehen Sie das Ausmisten an
Listen Sie alle laufenden Verträge mit Jahresbeitrag auf. Prüfen Sie bei jedem: Welches Risiko deckt er ab, und würde mich ein Schaden in diesem Bereich finanziell überfordern? Wenn nicht, kann die Police weg – auf die Kündigungsfristen achten.
Bei den wichtigen Versicherungen lohnt umgekehrt ein Leistungsvergleich. Manchmal gibt es für den gleichen Beitrag deutlich besseren Schutz. Gut abgesichert heißt eben nicht möglichst viele Verträge, sondern die richtigen.
Die richtige Reihenfolge beim Absichern
Wer mit begrenztem Budget beginnt, sollte nach Wichtigkeit vorgehen: zuerst die Risiken absichern, die die Existenz bedrohen. An erster Stelle stehen Privathaftpflicht und – sobald ein Einkommen geschützt werden muss – die Berufsunfähigkeit. Erst danach folgen Sachversicherungen wie Hausrat. Alles, was nur kleine, tragbare Schäden abdeckt, hat die niedrigste Priorität.
Beiträge senken, ohne Schutz zu verlieren
- Jährliche Zahlweise ist oft günstiger als monatliche Raten.
- Selbstbeteiligung erhöhen senkt den Beitrag bei Sachversicherungen.
- Tarife regelmäßig vergleichen – Bestandskunden zahlen häufig mehr als Neukunden.
- Doppelungen aufdecken: Manche Risiken sind über mehrere Policen gleich zweimal versichert.
Ein jährlicher Versicherungs-Check kostet eine Stunde und bringt oft mehrere Hundert Euro. Notieren Sie alle Verträge mit Jahresbeitrag und Kündigungsfrist in einer Liste – so behalten Sie den Überblick und treffen bewusste Entscheidungen statt aus Gewohnheit weiterzuzahlen.